Vortrag und Diskussion
Der Glaube an Gott gilt vielen als reine Gefühlssache. Bereits seit dem späten Mittelalter ist die Überzeugung, dass es von Gott kein Wissen im Sinne einer rationalen Erkenntnis geben könne, eine verbreitete philosophische Position. Die eigentliche Essenz des Glaubens finde man vielmehr in unmittelbaren Erfahrungen der Unendlichkeit und Ganzheit des Seins.
Dazu im Gegensatz steht eine antike Denktradition, die auf die aristotelische Auffassung zurückgeht, die Erkenntnis Gottes sei nicht nur die sicherste Erkenntnis, sondern auch Grundlage aller Rationalität. Maßgebliche Denker der Spätantike und des Mittelalters waren von dieser Einsicht überzeugt.
Wie stehen diese beiden grundlegenden Zugänge der Erschließung göttlichen Seins zueinander? Welche Wechselwirkung bestand in der Geistesgeschichte zwischen diesem philosophischen Diskurs und bestimmten Denkschulen christlicher Theologie? Und wie ist vor diesem Hintergrund die Diskussion über das Verhältnis von Glaube und Vernunft heute zu verstehen?
Referent: Prof. Dr. Arbogast Schmitt, Universität Marburg
Die Teilnahme ist kostenfrei.