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Zuhören, Lernen, Verstehen – Wie gelingt Christlich-Jüdischer Dialog? Die Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und ihr Dachverband Deutscher Koordinierungsrat
Kulturen des Dialogs – Zuhören und Verstehen. Christlich-jüdisches Gespräch

21. Januar 2026, 18:00 bis 19:30 Uhr

Ev.-luth. Marktkirchengemeinde Hannover, Hanns-Lilje-Platz, 30159 Hannover

Nach der Schoa fand unter Christ:innen langsam und gegen zahlreiche Widerstände ein Umdenken gegenüber Jüdinnen:Juden und dem Judentum statt. Angesichts des Holocaust entwickelte sich das Bewusstsein für die Notwendigkeit, eine „Theologie nach Auschwitz“ ohne jede Form von Judenfeindschaft zu entwickeln. Treibender Motor dieser neuen Verhältnisbestimmung sind die über 80 Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die im 1949 gegründeten Deutschen Koordinierungsrat zusammengeschlossen sind. Gemeinsam mit dem Koordinierungsrat sind sie bis heute die größte deutsche „Bürgerinitiative“ (Martin Stöhr) für das christlich-jüdische Gespräch, leisten unverzichtbare antisemitismuskritische Bildungsarbeit und stehen fest an der Seite der pluralen jüdischen Gemeinschaft.

In Vortrag und Gespräch wird aufgezeigt, wie jüdisch-christlicher Dialog gelingen kann und wie der Deutsche Koordinierungsrat und seine Einzelgesellschaften diesen mit ihrem Engagement bis heute maßgeblich prägen.

Vortrag: Dr. Torsten Lattki, Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Deutscher Koordinierungsrat e.V., Bad Nauheim 
Moderation: Marc Blessing, Marktkirchenpastor (Begrüßung) und Hanna Kreisel-Liebermann, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover e.V.

 

Zur Reihe:

Unsere Gesellschaft ist polarisierter geworden und die Gewaltbereitschaft steigt. Jüdinnen und Juden erfahren Ausgrenzung, verbale und physische Angriffe.
Für uns gilt es, Zeichen dagegen zu setzen und Menschen für Verständnis und Perspektivübernahme zu gewinnen, eine Kultur des Dialogs und die Fähigkeit des Vertrauens in unserer Gesellschaft nicht gänzlich abreißen zu lassen. In diesem Sinne ist die Kunst des Zuhörens und Verstehens einzuüben, ein Schritt hin zu mehr Solidarität. Was können wir dafür tun und von wem können wir lernen, zuhörend aufeinander zuzugehen und füreinander einzustehen? Was lehren uns zu dieser Frage die Traditionen des Christentums und Judentums? An welchen Methoden von Kommunikation und Dialog gilt es festzuhalten, welche neu zu entdecken? Wo und wie werden sie gelebt und gestärkt?

Die Reihe der christlich-jüdischen Gespräche an der Marktkirche begann in den 80er Jahren. Seitdem findet alljährlich im Januar eine Reihe von Veranstaltungen statt, die jüdische und christliche Perspektiven eines Themas beleuchten. Sie wird inzwischen von einem großen Kreis von religiösen Institutionen in der Stadtgesellschaft unterstützt.

Die Teilnahme ist kostenfrei. 

Die Unterstützer:innen des Christlich-Jüdischen Gespräches sind:
Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.; Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R.; Arbeitsfeld Kirche und Judentum im Team „Ökumene und Religionen“ der Service Agentur der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers; Ev.-luth. Marktkirchengemeinde Hannover; Ev.-Reformierte Kirchengemeinde Hannover; Katholische Kirche in der Region Hannover; Forschungsinstitut für Philosophie Hannover; Katholische Akademie des Bistums Hildesheim; Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen - Regionalstelle Hannover; Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hannover e. V.; Verein Begegnung - Christen und Juden Niedersachsen e. V.; Villa Seligmann - Haus der jüdischen Musik

Die Anmeldefrist für die Veranstaltung ist leider abgelaufen.